Trockene und empfindliche Haut

Die Haut juckt, spannt und schuppt - viele kennen das Problem der trockenen Haut zu allen Jahreszeiten. Rund ein Drittel der Bevölkerung leidet darunter.
Trockene Haut hat zu wenig Fett und/oder Feuchtigkeit. Dies kann verschiedene Ursachen wie eine verminderte Talgdrüsenaktivität oder ein zu geringes Wasserbindungsvermögen haben. Die Haut verliert Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher als normale Haut. Allergene können eindringen.

Typische Anzeichen für trockene Haut

  • glanzloses, raues und schuppiges Aussehen
  • geringe Elastizität
  • Spannungsgefühl
  • Juckreiz, vor allem nach der Reinigung

Trockene, allergiegefährdete Haut

Ganz besonders im Winter während der Heizperiode setzt die trockene Luft der Haut zu. Das führt vor allem bei Menschen über 50 Jahren, aber auch bei Kindern unter einem Jahr sowie Neurodermitikern,Psoriatikern, Diabetikern und Menschen mit Venenproblemen zu den oben beschriebenen Hautveränderungen.

Natürlich führt auch eine häufige Reinigung mit stark entfettenden Duschgels oder Seifen zu trockener Haut. Gerade für Kinder hat die Verwendung von Duschgel nach dem Sport oft eine größere Bedeutung, als die anschließend notwendige Pflege der Haut mit einer Körperlotion. Trockene Haut ist anfällig für Allergien! Die Verwendung von hypoallergenen, harnstoff-haltigen Spezialkosmetika hilft Sensibilisierungen zu verhindern und Allergien vorzubeugen.

 

Ursachen für trockene Haut

Trockene Haut kann sowohl von inneren als auch von äußeren Faktoren ausgelöst werden.
Zu den inneren Faktoren zählen:

  • Erbfaktoren, die zu einer geringen Talgproduktion, ein Mangel an Fettstoffen oder ein geringes Wasserbindungsvermögen der Haut führen
  • hormonelle Umstellungen bedingt durch  Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • der natürliche Alterungsprozess der Haut
  • Erkrankungen
äußere Faktoren sind vor allem:
  • häufiges Waschen, Duschen oder Baden mit zu heißem Wasser
  • Verwendung von ungeeigneten Reinigungsprodukten wie Seife, Dusch- oder Schaumbäder, die die Haut zusätzlich austrocknen
  • längerer Aufenthalt in überheizten oder klimatisierten Räumen
  • intensive Sonnenbestrahlung, oder häufiger Besuch von Solarien
  • klimatische Faktoren wie Kälte oder niedrige Luftfeuchtigkeit
  • berufsspezifische Hautbelastungen, z.B. im Frisör-, Bäckerei-, Gaststätten- oder Baugewerbe

Behandlung der trockenen Haut

Im Prinzip gibt es drei wesentliche Möglichkeiten der Behandlung:

  1. vorbeugende Maßnahmen, um eine Verschlimmerung des Zustandes der trockenen Haut zu verhindern (siehe Tipps)
  2. Behandlung mit rezeptfreien Zubereitungen zur Reinigung und Pflege (siehe Tipps)
  3. ärztliche Behandlung, wenn trockene Haut in Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung, z.B. Neurodermitis, auftritt .

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn sich der Zustand Ihrer Haut trotz vorbeugender Maßnahmen und Anwendung spezieller Reinigungs- und Pflegeprodukten nicht verbessert oder sich sogar verschlimmert.
In folgenden Fällen sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren:

  • die Haut ist nicht nur extrem trocken ist, sondern schuppt stark
  • es treten Rötungen oder Hautausschläge (Ekzeme) auf
  • es besteht ein anhaltender starker Juckreiz
Ursache von starkem Juckreiz, Rötungen oder Ausschlägen können allergieauslösende Inhaltsstoffe von Reinigungs- oder Pflegeprodukten sein. Das kann mit einem Allergietest nachgewiesen werden. Da auch bei einigen chronischen Erkrankungen  wie z.B. bei Neurodermitis, Diabetes mellitus, Gallen-, Leber- oder Nierenkrankheiten trockene Haut als Symptom auftreten kann sollte beim Arztbesuch diese Möglichkeiten ausgeschlossen werden.

 

Was ist Harnstoff?

Harnstoff ( latienischer Namen Urea), ist eine organische Verbindung, die von vielen Tieren als ein Endprodukt des Stoffwechsels von Stickstoffverbindungen produziert und im Urin ausgeschieden wird. Reiner Harnstoff ist ein weißer, kristalliner, ungiftiger und hygienisch unbedenklicher Feststoff.



Die Oberschicht der Haut enthält von Natur aus Urea in und zwischen den Zellen. Sinkt der Anteil, trocknet die Haut aus. Wasser löst zusätzlich bei jedem Waschen mehr Harnstoff aus der oberen Hautschicht. Harnstoff verfügt über mehrere wunderbare Eigenschaften.

  • juckreizlindernd
  • feuchtigkeitsspendend
  • schuppenlösend
  • entzündungshemmend
Die Haut regeneriert sich leichter, wird weich und geschmeidig. Wer regelmäßig seine Haut mit Urea-haltigen Cremes pflegt, kann den Feuchtigkeitsverlust effektiv und nachhaltig ausgleichen!  Pflegeprodukte für trockene Haut sollten  Harnstoff in einer Konzentration bis 5% beinhalten.

 

Tipps

  • Zu langes und heißes Baden oder Duschen schadet der Haut. Besser ist,  nicht länger als 10 Minuten, und bei niederen Temperaturen zu duschen. Wenn ein warmes Vollbad unbedingt sein muss gibt man am besten einen ölhaltigen Badezusatz in das Wasser.Die Haut wird so durch einen leichten Fettfilm geschützt. Auf Schaumbäder sollte speziell in der kalten Jahreszeit verzichtet werden.
  • Für die trockene Haut sind harnstoffhaltige Cremes geeignet, die nicht nur wasserbindend sondern auch rückfettend sind.
  • Besonders im Winter sollte man  auf fettreiche Cremes (z.B. Nachtkerzenölcreme) umsteigen, denn reine Feuchtigkeitscremes können bei starker Kälte leicht zu Erfrierungen der Haut führen.
  • Schüßler Salze wie z.B. Calcium Phosphoricum Nr. 2 und Silicea Nr. 11 können die Haut unterstützen.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (v.a. Wasser) ist unbedingt notwendig um die Haut auch von innen zu befeuchten.
  • Verwenden Sie auch rezeptfreie Zubereitungen aus der Apotheke die zum einen den Mangel an Fett und/oder Feuchtigkeit ausgleichen und zum andern die Barriere-Funktion der Haut verbessern.
  • Für die tägliche Reinigung sollten nur milde Reinigungsprodukte verwendet werden. Bei besonders trockener Haut empfiehlt es sich, spezielle Produkte aus der Apotheke zu benutzen. Reinigungsgels oder Seifen sollten durch schonende Reinigungsfluids ersetzt werden.
  • Nach dem Reinigen die Haut mit einem Handtuch nur trocken tupfen.
  • Beim Reinigen oder Geschirrabwaschen sollten Gummihandschuhe getragen werden, da Reinigungsmittel oft zu aggressiv für die Haut sind und diese noch mehr austrocknen.
  • Neu gekaufte Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen waschen, um eine Reizung durch Chemikalien zu vermeiden.

Quellen:
Ratgeber Trockene Haut. Hrsg.: GD Gesellschaft für Dermopharmazie e.V., Köln (2001)
Leitlinie „Dermokosmetika für die Reinigung der trockenen Haut“ Hrsg.: Fachgruppe Dermokosmetik, im Auftrag der GD Gesellschaft für Dermopharmazie e.V., Köln (2001)

 
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